Theater 2019
Geschrieben von Ingo Deutinger am 10.04.2019 14:39
Vilsheimer Bühnenkünstler machen ihr Publikum „glücklich“

Lange anhaltender Applaus für die gelungene Premiere der in fünf Bildern gezeichneten Komödie „Zu wenig und zu viel“

Vilsheim. Schwungvoll, überraschend und mit sprühender Spiellaune – so begeisterte das „Theaterensemble Vilsheim“ die zahlreichen Zuschauer bei den ersten drei Aufführungen am vergangenen Wochenende. Die überzeugende schauspielerische Leistung aller Ensemblemitglieder gepaart mit der liebevoll gestalteten Bühne bereitete den Zuschauern viel Freude, die das Engagement mit zahlreichem Szenenapplaus und herzhaften Lachen quittierte.
Schauspielerische Feinsinnigkeit und hintergründiger Spielwitz - in vielen Proben wurde dies von Regisseur Ingo Deutinger eingeübt. Er rückte die Geschichte um die ständige Suche nach immer mehr Glück, die daraus wachsende Unzufriedenheit und das fast absehbare Ende so nahe an die Wirklichkeit, dass die Spannung bis zum Schluss anhielt. Das Thema weckte durchaus Erinnerung an die Geschichte der Gebrüder Grimm vom "Fischer und seiner Frau".

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In der Fülle der mitreißenden, heiteren Szenen mischte Trachtlervorstand Johann Voitenleitner, der in den verschiedenen Bildern als Bauer, Pfundstaller oder als Schneider Röserl seine amüsanten Auftritte absolvierte ebenso mit wie Marianne Seethaler, die als Brüllhoferin, Wittib von Loamgruab oder Dienstmädchen Rosemarie ihr vielseitiges Talent dem Publikum zum Besten gab.
Wie das Salz in der Suppe brachten sich in der heiter-hintersinnigen Szenerie und hier insbesondere in den jeweiligen Millieus viele weitere Theatertalente ein. Hervorheben darf man sowohl Heidi Unterreithmayr als Altbäuerin, Bürgermeisterin und Köchin Erna als auch Patrick Hartmann, der sich in seinen Rollen als Postbote Quirin, Gendarmerievorsteher Wachtl und als Wurstfabrikant Stockwollner sichtlich wohl fühlte.
Eine persönliche Theaterpremiere feierte Sabine Dittmann. Mit einer unglaublichen Bühnenpräsenz überzeugte sie als Bäuerin, in einer sensationellen Szene als Mesnerin und als überhebliche Madame Hautewill. Sie konnte die Geschehnisse in den verschiedenen Glücksebenen trefflich ausschmücken.
Als zentrale Figur des Stückes glänzte in bravouröser Weise Michael Gröschl als "Das Glück". Er stellte die Figuren des „alten Mannes“ und des italienischen „Spazzolinos“ genau so gekonnt in Szene wie die des „Gücksgnoms“ und des „Herrn von Masselstein“. Die enorme Gesangsleistung krönte einen perfekten Auftritt und machte ihn dabei zum Publikumsliebling.

Perfekt waren ebenso Bühnenbau und -umbau, Technik, Beleuchtung und alle Hintergrundaktivitäten, die für das Gelingen eines Stückes ebenfalls von großer Bedeutung sind. Verantwortlich zeigten sich dabei der technische Leiter Helmut Scheubeck, die Regieassistenz Tobias Kainz und Einsager Peter Seidel mit zahlreichen weiteren Helfern. Zum Abschluss bedankte sich Spielleiter Ingo Deutinger noch bei der Herbergsfamilie Stadler, den Kostüm- und Requisitenschneiderinnen Rita Hartmann und Theresia Mittermeier sowie den Platzeinweiserinnen Petra Sonnert und Ulrike Brandlmeier. Geboten wurde wiederum eine ganz hervorragende Leistung aller Laiendarsteller, die weit über das so oft belächelte "Bauerntheater" hinausgeht.
Die letzten Theater-Termine finden am kommenden Freitag und Samstag und Plamsonntag, 12., 13. und 14. April, jeweils um 19:30 Uhr im Theatersaal des Gasthofs Stadler statt. Die telefonische Platzreservierung ist unter 08706/281 erreichbar. Es ist bei jeder Aufführung garantiert, noch Karten an der Abendkasse um 18:00 Uhr zu erwerben.